DIE KULTUR SAMHANS

Das Volk der "tung-i" (wörtl. "östliche Bogenschützen") siedelte im 3. Jahrtausend vor Christus in der Mandschurei. Ihr Gebiet dehnte sich bis in das heutige Nordkorea aus. Nach ihrem Stammesmythos stieg ein Mann namens Hwanung vom Himmel auf die Erde herab. Er traf einen Tiger und einen Bären, die beide in menschliche Wesen verwandelt werden wollten. Nur der Bär wurde erhört und in eine Frau verwandelt, die dann von Hwanung geheiratet wurde. Sie zeugten Dangun, der im Jahr 2333 v. Chr. den Thron als mythischer erster Herrscher Koreas bestieg. Seine Nachkommen sollen für mehr als 1000 Jahre die Königsdynastie fortgeführt haben.

Durch fortwährende Einwanderung sowohl der urkoreanischen Stämme, als auch von Emigranten aus China, verkörpert in der Legende von Wi Man, wurde die gesamte Halbinsel besiedelt. Die Einwanderer verschmolzen zu einem homogenen Volk, das aus den verschiedenen Quellen, Schamanismus und chinesische Einflüsse, die koreanische Kultur entwickelte.

Zahlreiche traditionelle Überlieferungen prägen bis heute das koreanische Bewusstsein, obwohl sie unter der Flut der modernen westlichen, meist amerikanischen Einflüsse oft verschwunden scheinen. So ist das Denken in vielen Bereichen im uralten Schamanismus verwurzelt, während der Konfuzianismus von den Koreanern tief verinnerlicht wurde und sich auf alle Lebensbereiche auswirkte.

Die Kultur Samhans ist vor allem durch konfuzianische und buddhistische Bräuche geprägt.

In Südkorea kann das moderne Stadtbild zu dem Irrglauben führen, dass die Kultur sich heute nicht mehr wesentlich von westlichen Ländern unterscheidet. Tatsächlich haben dort in den letzten 20 Jahren durch einen rasanten Wirtschaftsaufschwung als einer der Tigerstaaten sowie den Übergang zur Demokratie drastische Veränderungen stattgefunden. Trotzdem sind auch in Südkorea traditionelle Denkweisen und Gebräuche tief in der Gesellschaft verwurzelt.

KUNST UND TECHNIK

Die Koreaner haben viele chinesische Handwerkskünste weiterentwickelt. So war Korea lange bekannt für seine Seide und Töpferei-Arbeiten. Auch Goldarbeiten aus Korea waren hoch angesehen.

Die ersten mit Metall gepanzerten Schiffe, die sogenannten Schildkrötenschiffe (Geobukseon), wurden in Korea entwickelt und gegen die japanischen Invasoren erfolgreich eingesetzt.

In Korea wurde rund 200 Jahre vor Johannes Gutenbergs Erfindung in Europa der Buchdruck mit beweglichen Lettern aus Metall angewandt.

SPRACHE UND SCHRIFT

Die koreanische Sprache ist in Südkorea offizielle Amts- und Schriftsprache. Anerkannte Minderheitensprachen gibt es nicht. Die koreanische Sprache wird von einigen Sprachwissenschaftlern zu den Altaisprachen gezählt, von anderen als isolierte Sprache angesehen. Sie wird weltweit von ca. 78 Millionen Menschen gesprochen. Die Unterschiede zwischen den regionalen Dialekten sind marginal, mit Ausnahme des auf Jejudo gesprochenen Dialekts. Viele Worte existieren in einer rein koreanischen und einer dem Chinesischen entlehnten sinokoreanischen Form. Darüber hinaus werden heute viele englische Worte in die koreanische Sprache übernommen.

Englisch wird als Zweitsprache von der Primarschule an unterrichtet. Später werden auch Chinesisch oder Japanisch gelehrt. Die europäischen Sprachen Französisch, Deutsch und Spanisch werden ebenfalls angeboten, sind aber weniger beliebt.

Die koreanische Schrift Hangeul ist eine Alphabetschrift mit 51 Buchstaben, 24 einfachen und 27 zusammengesetzten. Diese Buchstaben werden silbenweise zu Blöcken zusammengefasst, wodurch der Eindruck entstehen kann, sie wäre ähnlich komplex wie beispielsweise die chinesische Schrift. Tatsächlich lassen sich die Grundlagen innerhalb von vier bis fünf Stunden lernen, da sie sehr logisch aufgebaut ist. Die chinesische Schrift, in Korea Hanja genannt, war in Korea bis zum Jahre 1945 (dem Ende der japanischen Besatzung) Amtsschrift, auch nach der Einführung der Hangeul-Schrift durch Großkönig Sejong im 14. Jahrhundert. Chinesische Zeichen haben im heutigen Alltagsgebrauch eine deutlich geringere Bedeutung als in Japan. In koreanischen Veröffentlichungen werden zum Teil Worte in Hangeul durch ihre in Klammern gesetzte Entsprechungen in Hanja ergänzt, um besonders bei Homonymen deren Bedeutung zu spezifizieren. Veröffentlichungen, die ausschließlich Hanja verwenden, sind aber die Ausnahme. An den koreanischen Schulen werden heute rund 1800 Hanja-Zeichen gelehrt, an Universitäten werden weiter Zeichen in der jeweiligen Fachrichtung gelehrt. Allgemein geht der Gebrauch von Hanja aber zurück